Kunstraum der Universität Lüneburg Museu d'Art Contemporani de Barcelona | Miami Art Central | Secession Wien | Witte de With Center for Contemporary Art Rotterdam

Scharnhorststr. 1, D-21332 Lüneburg, kunstraum@uni-lueneburg.de, Tel 04131/78-1210, Fax -1246 » Wegbeschreibung » Newsletter bestellen

13. und 14.01.2006
Abschluss-Workshop
Lüneburg
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29.04.- 19.06.2005
Ausstellung
Be what you want but stay where you are
Rotterdam
» Witte de With
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24.02. - 24.04.2005
Ausstellung
Paradiesische Handlungsräume
Wien
» Secession
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29.11.2004 - 30.01.2005
Ausstellung
How do we want to be governed? (Figure and Ground)
Miami
» MAC
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22.09. - 07.11.2004
Ausstellung
Com volem ser governats?
Barcelona
» MACBA
22.09.04 Institut Barri Besòs
07.10.04 Palo Alto nau XYZ
21.10.04 Centre Cívic de La Mina
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29.04. - 20.05.2004
Ausstellung
Handlungen, die Handlungen setzen
Lüneburg
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30. und 31.01.2004
Symposion
Bildet Regierungen!
Lüneburg
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29.01. - 12.02.2004
Ausstellung
Die Universität ist eine Fabrik
Lüneburg
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28. und 29.11.2003
Symposion
La construcción del público
Barcelona
» MACBA
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06.11. - 13.11.2003
Eröffnungsausstellung
Lüneburg
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kulturstiftung des bundes

 

Alan Sekula

School is a factory (1978/80)

Alan Sekula: School is a factory (1978/80)

Installationsansicht der Ausstellung Die Universität ist eine Fabrik
Foto: Eva Kristina Schubert

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Seit nunmehr zwei Jahrhunderten tritt die Darstellung ökonomischer Gefüge in Gestalt von Balken-, Kreis und Tortendiagrammen auf. Nicht nur, dass die bequeme Übersichtlichkeit dieser „Business-Grafiken“ die Tatsache vertuscht, dass sich die gesellschaftliche Wirklichkeit einer vollständigen Überschaubarkeit entzieht – sie unterstellt zudem, dass die Welt durch mathematische Formeln offensichtlich wird. Statistisch gesehen spielt jedoch die unmittelbare „Mikrophysik der Macht“, die alltägliche Unterwerfung des Individuums unter das neoliberale Dogma, keine sichtbare Rolle.

Mit seiner Arbeit School is a Factory, die - wie der Titel bereits verrät - die wirtschaftspolitische „Regierungsrationalität“ von US-Bildungsinstitutionen beleuchtet, löst sich Allan Sekula von den hegemonialen Konventionen des ökonomistischen Bildrepertoires und fordert dazu auf, die „Objektivität“ herkömmlicher Dokumentarfotografie und Abbildverfahren zu hinterfragen. Sekula zeichnet ein Bild vom Lern- und Arbeitsalltag eines südkalifornischen Community-Colleges, das ein ganz anderes Image vermittelt als ein „Wissenschaftsmanager“ sich ausmalen würde: In den standardisierten, „technizistischen“ Rahmungen des Kamerobjektivs scheinen sich die ausdruckslosen Blicke der Studierenden widerzuspiegeln. Dabei wird das fotografisch fixierte Moment der individuellen „Dressur“ um solche Texte ergänzt, die von den begrenzten beruflichen Aussichten der College-StudentInnen erzählen - vor allem, wenn sie sich der „Eintrichterung“ ökonomischer Imperative widersetzen. So verdingt sich hier selbst der einzige Absolvent einer Elite-Universität – ganz klassisch – als linksintellektueller Taxifahrer.

Diese scheinbar rein subjektive Perspektive ist von Schautafeln durchsetzt, die in objektivistischer Attitude die kapitalistische Gegenwart repräsentieren: Hinter dem modernistischen Trugbild einer „universalen Bildersprache“ offenbart sich jedoch die genuine Kontingenz und kulturelle Kodierung der verwendeten Zeichen, die so eher zu Symbolen der ökonomischen Willkür avancieren. Angesichts einer „effizienzsteigernden“ Umgestaltung der bundesrepublikanischen Hochschullandschaft einer sich neuerlich entzündenden Debatte um die „creative industries“, die die Verwertung künstlerischer Arbeitsweisen als zukunftweisendes Modell neoliberaler Selbstverantwortung in den Blick nimmt, erscheint Sekulas Darstellung der „kreativen“ Ausbildungsberufe von 1978/79 sowie die Analogisierung von Kunsthochschulen und „Industrieparks“ in einer ungebrochenen Aktualität.

Sophia Prinz

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